Rundweg eröffnet

Der neue Hainaer Klosterapfel-Rundweg führt vorbei an ökologisch wichtigen Streuobstwiesen

■ HAINA/KLOSTER - Trotz strömenden Regens trafen sich am Samstag, 20.Mai, eine größere Schar interessierter Menschen zur Eröffnung des Hainaer Klosterapfel Rundwanderweges vor dem Tischbein Museum in Haina.

Es stellte sich bald ein fröhliches Miteinander ein, dass durch den Gesang des Kinderchores der Grundschule Haina gefördert wurde. Die Lehrerin, Ines Franke, hatte Frühlingslieder eingeübt. Nach dem Viola Wagner vom BUND mit ihrem Pferd und Wagen eingetroffen war, wurde nach ihren munteren Worten und den Begrüßungen durch Arnd Friedrich und Robert Hömel der Wanderweg begangen und damit eröffnet.

Der etwa vier Kilometer lange, ausgeschilderte Weg führt vorbei an Streuobstwiesen mit seltenen, alten Obstsorten. Er beginnt am Tischbein Museum, vorbei an der renaturierten Wohra, an der Hörle Mühle bis hin zum Mönchesbrunnen und dem Alten Friedhof. So steht man wieder am Ausgangspunkt und hat viele neue Dinge über alte Apfelsorten und ihre Pflege und Nutzung erfahren.

Seit Jahrhunderten wurde die Umgebung des Klosters von Streuobstwiesen geprägt, die einst von Mönchen angelegt wurden. In Zeiten der Reformation (1533) wurde das Kloster von Landgraf Philipp dem Großmütigen zu einem Spital für Arme umgewandelt. Nur wenige Mönche blieben, die Wiesen mit vielerlei Obstsorten blieben durch die Mitarbeit von Patienten erhalten. Sie waren wichtige Nahrungsquellen für die Bewohner des Hospitals.

Irgendwann drohten die Bäume jedoch durch Überalterung und mangelnde Pflege abzusterben. Im Jahre 2004 schloss der Bund für Umwelt und Naturschutz Waldeck-Frankenberg mit dem Zentrum für Soziale Psychiatrie Haina daher einen Pflegevertrag ab. Die Naturfreunde wollen diese ökologisch wertvollen Flächen retten und so kam es zur Überlegung, einen Wanderweg einzurichten und Freunde und Paten zu finden.

Mit dem Motto „Lasst Freundschaft Früchte tragen" soll nun für den Hainaer Klosterapfel geworben werden. Die jeweiligen Paten werden an der Ernte und Vermostung beteiligt, ebenso wie die Hainaer Grundschule, die sich auch an dem Projekt beteiligt. (Ilf)

Eder-Diemel-Tipp vom 27. Mai 2006