BUND Waldeck-Frankenberg in Biblis 24.April 2010
Zum Vergrößern anklicken (Foto: Niko Martin)

Deine Meinung ist gefragt

Veröffentlicht von Rudi Schäfer (rudi) am 20.11.2009
Anti-Atom >>

AKWs an die Kette oder nicht? Deine Meinung ist gefragt!

Als am 5. September 50.000 Menschen in Berlin zur größten Anti-AKW-Demonstration seit 23 Jahren auf die Straße gegangen sind, war unsere Botschaft: Kommt es zu einer schwarz-gelben Regierung, die die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängern will, dann wird es noch weitaus größere Proteste geben. Dann ist der große gesellschaftliche Konflikt wieder da.

Diese Ankündigung gilt es nun mit Leben zu füllen, denn wir wollen diese Auseinandersetzung gewinnen. Einerseits mit vielen kleinen und größeren Protesten überall in der Republik, aber auch, indem sich die atomkritischen Kräfte zu möglichst großen und unübersehbaren Protesten bündeln.

Deshalb soll es am 24. April, kurz vor dem Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe, drei zentrale Aktionen im Norden, Westen und Süden der Republik geben. Derzeit überlegen verschiedene Anti-Atom-Organisationen miteinander die genaue Ausgestaltung.

Krümmel-Brunsbüttel und Biblis-Neckarwestheim

Die Lieblingsidee von .ausgestrahlt für den Norden und Süden: Die am meisten auf der Kippe stehenden AKWs werden an die Kette gelegt, also durch zwei Menschenketten miteinander verbunden. Die eine Kette würde von Brunsbüttel über Hamburg bis Krümmel reichen. Die andere von Biblis nach Neckarwestheim. Beide Strecken sind allerdings gut 100 Kilometer lang. Es braucht also jeweils mindestens 50.000, eigentlich 100.000 Menschen, damit diese Aktionen ein Erfolg werden.

Dazu würden die Strecken in Abschnitte von etwa 10 Kilomete Länge unterteilt. Für jeden Abschnitt gibt es eine Partnerschaft zwischen örtlichen atomkritischen Organisationen und solchen aus einer Region, die genau dorthin mobilisiert. Zum Beispiel: Frankfurt/M fährt nach Heidelberg, München fährt nach Sinsheim, Bremen fährt nach Hamburg-Bergedorf, Kiel fährt nach Glückstadt/Elbe etc. Dann wissen diese Partnerregionen genau, wie viele Menschen sie mobilisieren müssen, damit ihr Streckenabschnitt voll wird. Sie gestalten jeweils eine gemeinsame Auftaktkundgebung im größten Ort des Abschnitts. Danach wird die Kette aufgebaut, die die Abschnitte miteinander verbindet. Der Tag könnte dann mit zwei gemeinsamen Großkundgebungen enden, zu denen alle zusammenkommen, im Norden z.B. in Hamburg, im Süden z.B. in Stuttgart.

Dazu kommt am 24.4. wahrscheinlich, auch das steht noch nicht völlig fest, eine Anti-Atom-Großdemonstration in Nordrhein-Westfalen.

Nachteile und Vorteile

Die Aktionsform Menschenkette, vor allem, wenn sie so lang werden soll, hat den Nachteil, dass sie das Risiko des Scheiterns in sich birgt. Kommen beispielsweise „nur“ jeweils 30.000 Menschen zusammen, haben die Ketten viele Lücken und werden in der Öffentlichkeit eher als Misserfolg gedeutet. Zwei Großdemos mit jeweils 30.000 Leuten würden dagegen als eine erfolgreiche Steigerung der 50.000 vom 5.9.09 in Berlin erlebt.

Die Vorteile der Menschenkette: Ein solch ambitionierte Vision setzt große Kräfte frei, motiviert viele Menschen zum mithelfen, weil sie wollen, dass es ein Erfolg wird. Auch jede/r Einzelne weiß, dass es auf ihn/sie ankommt (und bringt noch drei andere mit). Wenn die Aktion gelingt, ist sie ein viel deutlicheres Zeichen als „nur“ eine Demonstration. Durch die dezentrale Organisation mit Partnerregionen können sich viele Organisationen und Einzelpersonen konstruktiv einbringen. Es entsteht eine große Dynamik.

Außerdem haben viel mehr Leute die Aktion direkt bei sich vor der Haustür, müssen nicht, wie bei einer zentralen Demonstration, extra anreisen. Das senkt die Hemmschwelle zum Mitmachen. So ist es möglicherweise leichter, zweimal 50.000 Menschen für die Ketten zu begeistern, als zweimal 30.000 für Großdemos. Kleinere Lücken in der Kette könnten mit Bändern und Transparenten überbrückt werden.

Du merkst schon, unser Herz schlägt für diese Idee. Aber noch zögern wir, vor allem auch deshalb, weil wir den immensen organisatorischen und finanziellen Aufwand sehen. Ähnlich geht es anderen Anti-Atom-Organisationen, mit denen wir über diese Idee im Gespräch sind. Wir brauchen aber, damit es gelingen kann, starke BündnispartnerInnen, auch aus gesellschaftlichen Großorganisationen wie Gewerkschaften, Kirchen, Parteien und Jugendverbänden, aus der Branche der Erneuerbaren Energien, aus Kultur und Medien. Und wir brauchen unzählige aktive Einzelpersonen und örtliche Gruppen, die diese Aktionen zu ihrer Sache machen.

Hilf uns bei der Entscheidung!

Deshalb, so haben wir uns überlegt, fragen wir jetzt einfach mal alle, die wir per Newsletter erreichen – also auch Dich: Was hältst Du von dieser Idee? Meinst Du, zwei 100 Kilometer lange Menschenketten sind machbar oder rätst Du davon ab? Sollte es nach der Kette noch jeweils eine zentrale Kundgebung geben? Würdest Du persönlich in Deiner Region dafür mobilisieren? Hast Du Kontakte zu Organisationen, die Bündnispartner für diese Geschichte sein können? Kennst Du prominente Personen, KünstlerInnen, MusikerInnen, etc. die diese Aktionen mit ihrem guten Namen oder sogar am 24.4. mit ihrer Musik unterstützen würden? Kannst Du Geldquellen auftun, damit zwei so riesige Projekte finanziert werden können? Hast Du konkrete Ideen zur Mobilisierung oder Ausgestaltung der Ketten?

Bitte schreib uns Deine Einschätzung und Deine nützlichen Hinweise an kettenidee(at)ausgestrahlt(dot)de
Quelle:

ausgestrahlt e.V.

 

Zuletzt geändert am: 20.11.2009 um 12:51:41

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