Pressemitlung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Kreisverband Waldeck-Frankenberg
Vertreter des BUND haben als Beobachter an der Bürgerversammlung in Wiesenfeld zum geplanten Straßenneubau am vergangenen Sonntag teilgenommen und sehen ihre bisherige Einschätzung der Situation bestätigt. Die betroffenen Bürger haben sich gut in die Materie eingearbeitet und konnten Details der geplanten Trasse und die damit auf sie zukommenden Folgen eindrucksvoll vermitteln.
Mit dem Druck aus Arolsen und Burgwälder Ortsteilen geht man in Wiesenfeld gelassen um. Zu viel steht hier auf dem Spiel, um eine vorschnelle, wohlwollende Zustimmung abgeben zu können, die man dann bereuen müsste. Die Parallelen zur Diskussion um die Korbacher Müllverbrennung sind unverkennbar. Beide Male waren die Bürger nicht grundsätzlich gegen ein Vorhaben, sondern haben nur einige Verbesserungen gefordert. Beide Male wurden sie von den Planern, die immer wieder lapidar auf ihre gesetzeskonforme Planung verwiesen nicht ernst genommen. In beiden Fällen besteht die Möglichkeit, dass das beschädigte Vertrauen zur totalen Ablehnung führen kann.
Es wurde deutlich, dass es nicht um die Entlastung von geplagten Anwohnern geht sondern um den ehrgeizigen Bau einer Nord-Süd-Fernverbindung ohne Fahrverbote (womöglich mautfrei) die zusätzlichen Verkehr und Immissionen in die Region bringt.
Diese Einflüsse könnten noch verstärkt werden, wenn die immer noch in einigen Köpfen herumgeisternde A4 dazu kommen sollte. Jeder direkte Anwohner der jetzigen B252 sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Verbesserung seiner Situation eine Belastung aller übrigen Einwohner nach sich ziehen wird.
Ein 12 m hoher Damm wird die Fahrgeräusche kilometerweit tragen und es wird ein ewiges Grundrauschen die Umgebung dominieren.
Die Forderung des BUND: Das Amt für Straßenbau muss die Bürger besser öffentlich unterrichten. Es besteht Handlungsbedarf. Als bisher nicht beteiligter Kreisverband kann der BUND die Höhenmeter und den Trassenverlauf mit Dämmen nicht nachvollziehen. Die monströsen Dämme von Ernsthausen und die Querung des Senkelbachtales müssen mit einer Computersimulation den Bürgern deutlich gemacht werden. Dabei sollten für die Dammbereiche, die Querung des Senkelbachtales sowie die Querung der Bahnlinie Sichtstudien mit den Wirkungen auf Ernsthausen und Wiesenfeld vorgelegt werden.
Erst wenn die Menschen die Trasse verstanden haben, sind sie bereit mitzugehen oder abzulehnen.
Für den BUND haben noch mögliche Minimierungen der Eingriffe Vorrang. Außerdem besteht derzeit noch keine Rechtssicherheit für die vorgesehene Umgehung, da außerhalb des FFH-Gebietes keine Alternative geprüft wurde, z. B. eine Westtrasse, die westwärts von Wiesenfeld an der Bahn, zwischen Birkenbringhausen und dem Ortsteil Burgwald verlaufen könnte.
Ein Bau im FFH-Gebiet ist nur erlaubt, wenn es keine Alternative gibt.
