Pro

Contra

Die wesentlichen Planungsziele der Bundesfernstraße (A 4) sind:

  • Entlastung des nachgeordneten Straßennetzes – insbesondere der Ortsdurchfahrten – vom überregionalen Verkehr.
     
  • Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur
     
  • Verbesserung der Erschließung der Region
     
  • Sicherstellung angemessener Standortqualitäten
     
  • Verbindung der Wirtschaftsräume Kassel und Gießen und der dazwischen liegenden Mittelzentren
     
  • Erhöhung der Effizienz in der Verkehrsabwicklung durch Vermeidung von Zeitverlusten durch Umwegfahrten

Ökologische Aspekte

Die zunehmende Verinselung der Landschaft durch neue Straßentrassen bedroht die Ökosysteme.

In einer Untersuchung, die vom Hessischen Landesamt für Straßenbau und der Deutschen Straßenliga (beide nicht als straßenbaukritisch bekannt) in Auftrag gegeben wurde, heißt es: Wir wissen heute genug, um aus ökologischen Gründen vor einer weiteren Zerschneidung bisher verschont gebliebener Räume dringend warnen zu müssen. ("Ökologie und Straße", Bonn 1981, S.105).

Im Projektdossier zur A 49 (HE 5012) wird das ökologische Risiko als "sehr hoch" bezeichnet.

Die Umweltverträglichkeitsstudie, die vom damaligen Hessischen Wirtschaftsminister Klemm in Auftrag gegeben wurde, empfahl wegen der Schwere der negativen Auswirkungen auf Mensch und Natur, die Autobahnpläne aufzugeben und Lösungen im Bereich von Ortsumgehungen zu suchen. Dieses Fazit wurde der Öffentlichkeit nicht mitgeteilt.
Durch die Versiegelung geht "lebendige" Erdoberfläche verloren, z.B. Wald und damit auch Speicherungsraum für Wasser, Nutzung für Landwirtschaft, Nutzung für Erholung usw.

Speziell Autobahnen stellen durch Bau und Betrieb eine langfristige Gefährdung für Grund- und Trinkwasser dar. In den Unterlagen zur A 4 wird auf das hohe Gefährdungspotential in diesem Bereich hingewiesen.
Die staub- und gasförmigen Emissionen des Straßenverkehrs haben generelle (Klima) und lokale Wirkung. Durch Feinstaub, Reifenabrieb, Ruß und Tausalz sind Bereiche neben der Autobahn betroffen. Deswegen gibt es in verschiedenen Ländern neben Autobahnen Tabuzonen für ökologischen Anbau.

Auswirkungen auf die Menschen

Uns ist bewusst, dass ökologische Auswirkungen und Auswirkungen auf die Menschen eigentlich nicht getrennt werden können, trotzdem sollen hier Punkte angesprochen werden, die in besonderer

Alternativen

Die Kritiker der Planung sind der Auffassung, dass regionale und lokale Probleme auch mit regionalen und lokalen Mitteln gelöst werden können. Die Autobahn A 4 würde ca. 20 000 Fahrzeuge täglich neu in einen nicht oder wenig belasteten Raum führen mit allen Folgeproblemen, die sich durch den Bau einer neuen Trasse und den Betrieb ergeben würden.
Zu den Alternativen gehören Verbesserungen am bestehenden Verkehrsnetz (z.B. Ortsumgehungen, Kreisverkehre, eine Überholspur bei Steigungen) und (notgedrungen) Spangen vom ungünstig liegenden Autobahnende zum bestehenden überregionalen Verkehrsnetz. Auch solche Maßnahmen sind nicht unproblematisch, aber erheblich weniger problematisch als ein Autobahnbau. Dies gilt natürlich auch für Flächenverbrauch und Kosten.