23. Mai 2007

Bundesfernstraße Krombach-Hattenbach:
A4-Planungen endlich zu den Akten legen statt Autobahn light

"Wir begrüßen die Einsicht von Verkehrsminister Rhiel, dass der Weiterbau der A4 zwischen den Autobahnenden in Nordrhein-Westfalen und Hessen keinen Sinn macht", kommentiert der verkehrspolitische Sprecher der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Mathias Wagner, die heute vorgestellte Studie über eine Bundesfernstraßenverbindung zwischen Krombach und Hattenbach. Für diese Erkenntnis hätte es aber aus Sicht der GRÜNEN keiner neuen Untersuchung bedurft. Bereits ein vom damaligen Bundesverkehrsminister und künftigen Präsidenten des Verbandes der Automobilindustrie, Matthias Wissmann (CDU), Ende der 90er-Jahre in Auftrag gegebenen Gutachten, sei zu diesem Ergebnis gekommen. "Mit acht Jahren Verzögerung ist diese Erkenntnis auch bei Herrn Rhiel angekommen. Da kann ich nur sagen: Willkommen in der Wirklichkeit."

Statt gedanklich auf halber Strecke stehen zu bleiben, müsse der Verkehrsminister sich jedoch ganz von dem Gedanken einer milliardenschwere Betonpiste durch ein ökologisch wertvolles und sensibles Gebiet verabschieden. "Was Herr Rhiel heute vorgestellt hat, ist so etwas wie eine Autobahn light. Allein die enormen Kosten von bis zu 22 Millionen Euro pro Kilometer Straße zeigen, dass hier jemand mit dem Kopf durch die Wand will und rationale Überlegungen eine untergeordnete Rolle spielen." Statt weiter von großen Lösungen zu träumen, solle sich der Minister darauf konzentrieren, vorhandene Belastungen von Straßenanwohnern durch Lärm und Abgase zu beseitigen. "Das ist deutlich billiger und vor allem auch schneller umzusetzen und somit besser für die betroffenen Menschen."

Wohin die Groß- und Prestigeprojekte der Landesregierung führten sei bei den Planungen zur A44 und zur A49 zu besichtigen. "Durch kleine, an den regionalen Bedarf angepasste Maßnahmen im bestehenden Straßennetz, hätten die Anwohner längst entlastet und die örtliche Wirtschaft gefördert werden können. Stattdessen wurden den Menschen Autobahnen versprochen, die aufgrund der geografischen Situation bis heute zum Glück nicht realisierbar sind."
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