Gemeinsame Pressemitteilung
der engagierten Bürgerinitiativen (BI) „Marburg-West gegen Fernstraßenbau A 4“ sowie „Vereinigte Bürgerinitiativen Aktiv gegen Südumfahrung als Fernstraße“ Orts- und Kreisverbände des BUND zur Bundesfernstraße Krombach-Hattenbach („A 4“)
Am Dienstag, den 24.3.’09 war in der BUND-Geschäftsstelle in Marburg ein Koordinationstreffen der engagierten Bürgerinitiativen (BI) „Marburg-West gegen Fernstraßenbau A 4“ sowie „Vereinigte Bürgerinitiativen Aktiv gegen Südumfahrung als Fernstraße“ und diverse Orts- und Kreisverbände des BUND, um gemeinsam gegen den ungebremsten Ausbauwillen in NRW und Hessen vorgehen.
Die Anwesenden waren sich einig, dass es nicht um eine mögliche Nord- oder Südvariante geht, sondern dass die gesamte A 4 abgelehnt wird. Egal wo die Trasse geplant wird: sie ist nicht sinnvoll, zu teuer und damit eine Verschwendung von Steuergeldern. Sie zerstört die Natur und belastet die Bürger.
Auch waren sich alle einig, das wir weiter von der A 4 sprechen und uns nicht auf die Verschleierungstaktik der Landräte in der jüngst publizierten Hochglanzbroschüre einlassen, in der von einer kreuzungsfreien Bundesstraße geschrieben wird. Auch den Begriff „Lückenschluss Olpe-Hattenbach“ lehnen wir strikt ab. Durch den Begriff soll der Eindruck entstehen, es „gebe da eine Lücke“, die nur geschlossen werden müsse. Das ist aber nicht der Fall, es besteht keinerlei Notwendigkeit für einen Neubau der A 4 zwischen Olpe und Hattenbach.
Straßennetz gesättigt
In der ökonomischen Theorie spricht man von einem Grenznutzen, der Null beträgt: Ab einem bestimmten Punkt bringt weiteres Wachstum keinen zusätzlichen Nutzen mehr. Wenn das Straßennetz stets weiter ausgebaut wird, führt es ab einem Sättigungspunkt nicht mehr dazu, Beschäftigung signifikant zu fördern. 
Quelle Diagram: Dr. Toni Hofreiter MdB Bündnis 90/ Die Grünen
Dieser Punkt ist bereits erreicht. Dies bestätigt neben der vorliegenden Untersuchung auch das Sondergutachten des Rates von Sachverständigen für Umweltfragen:
„Deutschland verfügt im europäischen Vergleich neben den Niederlanden und Belgien bereits über die höchste Netzdichte bei der Fernverkehrsinfrastruktur (…). In Anbetracht dieses bereits bestehenden Vernetzungsniveaus sind die wirtschaftlichen Struktureffekte eines weiteren Ausbaus schwer zu kalkulieren. (…)Infrastrukturbedingte Transportkostenreduzierungen ermöglichen zwar erhöhte Arbeitsteilung, steigende Skalenanträge in der Produktion und reduzieren die Marktmacht regionaler Anbieter.
Die Stärke dieser technologischen und pekuniären Wohlfahrtsimpulse ist jedoch sehr stark vom jeweiligen Ausgangsniveau der Infrastruktur abhängig. Während diese Effekte in Regionen mit unterentwickelter Infrastruktur beträchtlich sein können, fallen sie in Wirtschaftsräumen wie Deutschland, in denen die Infrastrukturausstattung bereits die Nutzung von Agglomerationsvorteilen ermöglicht und starken Wettbewerbsdruck geschaffen hat, eher niedrig aus.“
Quelle: SRU (Rat von Sachverständigen für Umweltfragen) (Juni 2005):
„Umwelt und Straßenverkehr: Hohe Mobilität – Umweltverträglicher Verkehr“ –Sondergutachten
Um diese Fakten detailiert darzustellen, wird eine gemeinsame Resolution ausgearbeitet.
Den regionalen Kreistags-, Landtags– und Bundestagsabgeordneten werden Anfragen bezüglich der Bundesfernstraße A 4 gestellt.
Am Dienstag, den 21.04.09 um 19.30 Uhr, veranstaltet der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Ortsgruppe Wohratal, im Bürgerhaus Wohra eine Informationsveranstaltung zur geplanten Neuauflage der Bundesautobahn A 4. Details dazu entnehmen Sie bitte den örtlichen Zeitungen.
Am 9. Mai wird in Bettelhausen die erste Widerstands-Eiche gepflanzt. Die Details entnehmen Sie bitte den örtlichen Zeitungen.

Auch ist ein gemeinsamer Informationsstand auf der Burgwaldmesse vom 9. bis 20. September 2009 in Frankenberg (Eder) geplant.
Interessiert am Widerstand?
Melden Sie sich!
Kontakt zu den örtlichen Gruppen:
Aktionsgemeinschaft Rettet den Burgwald
Email: ag-burgwald(at)web(dot)de

Quelle: FZ vom 15. April 2009
