„Straßen sind volkswirtschaftlich rentabel!"
„Straßen bringen wirtschaftlichen Aufschwung!"
Dies ist die Meinung, die nach wie vor in Politik, Wirtschaft und Medien vorherrscht. Die Schattenseiten des Straßenbaus wie Lärmbelastung, Flächenversiegelung, Zerstörung von Natur- und Erholungsräumen oder die Steigerung des CO2-Ausstoßes verschwinden hinter vermeintlichen wirtschaftlichen Nutzenerwartungen.
Treten die erhofften volkswirtschaftlichen Vorteile des Straßenbaus aber überhaupt ein?
Ist der Nutzen von Straßen wirklich so groß, dass Alternativen und Konflikte außer Acht gelassen werden können?
Die vorliegende Broschüre hinterfragt dies mit zwei Beiträgen: Im ersten Beitrag "Willkür oder volkswirtschaftliches Handeln" zeigt Kilian Frey, dass der Straßenbau nicht volkswirtschaftlichen Überlegungen folgt, sondern zu einem ideologischen und planerisch willkürlichen Selbstläufer geworden ist.
Der zweite Beitrag von Isabella Miller zeigt auf, dass zwischen der Arbeitslosenquote und wirtschaftlicher Prosperität einer Region einerseits und der Anbindung an das übergeordnete Straßennetz kein signifikanter Zusammenhang besteht.
Die Broschüren können Sie durch einen Klick auf das Titelbild als PDF laden:
Selbstläufer Straßenbau
Der Glaube daran, dass wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftlicher Fortschritt nur mit Massenmotorisierung zu realisieren sei, hat Politik und Verwaltung seit dem Zweiten Weltkrieg dazu veranlasst, massiv in den Straßenbau zu investieren und den Autoverkehr zu subventionieren. Es hat sich im Laufe der Zeit ein fast automatisch ablaufendes Planungs- und Finanzierungsmuster etabliert, welches Jahr für Jahr riesige Geldmengen in den Bau und Ausbau von Straßen fließen lässt.
Dieses ausbauorientierte Planungssystem ist in höchstem Maße zukunftsgefährdend und bedarf einer grundlegenden Änderung. Dieses Problem ist nachhaltig arbeitenden Raum- und Verkehrsplanern nicht neu, wenngleich es dadurch nicht an Aktualität verliert. Erschreckend ist die Tatsache, dass häufig Projekte im Straßenneubau anscheinend willkürlich und ohne Rücksicht auf Verkehrsmengenprognosen und Nutzen-Kosten- Analysen in eine Dringlichkeitshierarchie eingestuft werden.
Quelle: Dr. Toni Hofreiter MdB Bündnis 90/ Die Grünen

