Folgen für die regionale Wirtschaft
- Mitversorgung durch Großbetriebe:
Durch die schnellere Verbindung der peripheren Gemeinden mit wirtschaftsstarken Ballungsräumen ist es für überregionale Großbetriebe leichter, diese Räume mitzuversorgen.
Die langen Transportwege als Barrieren entfallen.
"Somit sind regional tätige Unternehmen nicht mehr wettbewerbsfähig genug, um zu überleben."
- Fusion als Ausweg:
Dies führt dazu, dass die kleineren, ortsansässigen Unternehmen gezwungen sind, sich aufzulösen oder zu fusionieren.
"Dadurch gehen Arbeitsplätze in der Region verloren."
- Konzentration statt Induktion:
Meist siedeln sich keine neuen Betriebe in Gewerbegebieten an neuen Autobahnen an, sondern bereits bestehende Betriebe ziehen um, weil sie sich innerhalb der Region den günstigsten Standort suchen.
Damit zieht das Gewerbe aus den Kommunen aus, es entstehen längere Arbeitswege, aber keine Arbeitsplätze.
"Neue Straßen induzieren also keine neue Wirtschaftskraft, sondern sie konzentrieren."
- Neuansiedlung von Ketten:
Besonders in speziell geförderten Gewerbegebieten entlang neuer Straßen siedeln sich überregionale Kettenbetriebe, wie Tankstellen, Bäcker, Elektro- und Supermärkte an.
"Die lokalen Betriebe haben keine Chance gegen rationalisierte Großkonzerne, das Lohnniveau sinkt."
- Ausbluten der Dorfstrukturen:
Neue Straßen führen an den Gemeinden vorbei. Hierdurch kann die Wirtschaft der Gemeinde radikal geschädigt werden.
"Betriebe, die teilweise auf Durchgangsverkehr angewiesen waren, zum Beispiel Kiosks, Tankstellen, Bäcker oder Gaststätten, verlieren wichtige Einnahmequellen und schließen."
- Abfluss der Einkaufskraft:
Auch die Einwohner der Gemeinden können über die neue Autobahn Ballungszentren leichter erreichen und erledigen dort ihre Einkäufe, weil das Angebot größer ist.
"Durch diese Sogwirkung verlieren die lokalen Unternehmen ihre Kundschaft."
- Anreiz für Pendler:
Da die Gemeinden schneller zu erreichen sind, ziehen sie auch Pendler aus anderen Gegenden an. Das heißt, die Beschäftigungsmöglichkeiten der ortsansässigen Bevölkerung gehen zurück.
Diese müssen sich Arbeitsplätze außerhalb der Region suchen, also auch pendeln.
Das Pendeln ist teuer für die Arbeitnehmer.
"Doch auch dem Staat entstehen weitere Kosten durch das Ausrichten der Pendlerpauschale. Es hat also für Bürger und Staat finanzielle Nachteile, wenn der Arbeitsplatz nicht am Wohnort ist."
Quelle: Dr. Toni Hofreiter MdB Bündnis 90/ Die Grünen
