Sie lebt zurückgezogen und versteckt vor allem in urwüchsigen, naturnahen Wäldern. Meist schläft sie tagsüber und jagt nachts. Deshalb bekommt sie kaum jemand zu Gesicht. Aber noch ist sie da, die Europäische Wildkatze.

Doch jetzt wird es eng für die Wildkatzen. Unberührte Wälder werden von Siedlungen und Industriegebieten verdrängt. Ausgeräumte Agrarlandschaften und Straßen hindern die Tiere an der Wanderung. Die wenigen verbliebenen Populationen sind so klein und isoliert, dass sie auf Dauer ohne Hilfe keine Chance haben.

Ein grünes Wegenetz schaffen

Der BUND engagiert sich bereits seit 2004 mit seinem Projekt „Ein Rettungsnetz für die Wildkatze“ für den Schutz dieser gefährdeteten Tiere und ihres Lebensraums. Das Ziel: Die Wälder Deutschlands wieder miteinander zu verbinden. Durch grüne Korridore kann die Wildkatze neue Gebiete erschließen und der genetische Austausch zwischen bisher isolierten Vorkommen wird ermöglicht. Diese Lebensraumvernetzung hilft nicht nur der Wildkatze, sondern auch vielen weiteren Waldbewohnern wie dem Rothirsch und dem Luchs. Denn wo die Wildkatze lebt, da fühlen sich auch andere Arten wohl!
Wildkatze im Unterholz (Foto: Thomas Stephan)Wildkatze im Unterholz (Foto: Thomas Stephan)

Ein Netz aus Wäldern! Und eins zwischen Menschen …

Denn beides ist wichtig, um das „Rettungsnetz Wildkatze“ des BUND umzusetzen. Damit die Wildkatze in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet wieder heimisch wird, müssen naturnahe Wälder miteinander verbunden werden. Davon profitiert nicht nur die Wildkatze, sondern auch viele andere waldgebundene Arten wie Rothirsch und Luchs. Durch die Biotopvernetzung werden ihre Waldlebensräume dauerhaft miteinander verbunden. Dies ist wichtig, um den wandernden Arten langfristig eine Ausbreitung zu ermöglichen und die Artenvielfalt für die Zukunft zu erhalten.

In vier Bereichen wird am Rettungsnetz geknüpft: Die Kartierung der Wildkatzenvorkommen und der potentiell geeigneten Lebensräume ermöglicht die Erstellung eines Wegeplans zur Verbindung der Waldgebiete. Diese Wege können anschließend auf der Fläche in grüne Korridore umgewandelt werden. Ob und wohin sich die Wildkatze über die neuen Wanderwege ausbreitet, wird mithilfe von Lockstöcken kontrolliert. Die Kommunikation mit der Öffentlichkeit und den Betroffenen begleitet alle Schritte.

Das Biotopvernetzungsprojekt ist eines der größten Naturschutzprojekte Europas. In Hessen erlangt es durch die Schirmherrschaft der Hessischen Umweltministerin Lucia Puttrich einen besonderen Stellenwert.

   
Hessische Umweltministerin Lucia Puttrich (Foto: Doris Warlich)
Lucia Puttrich (Foto: Doris Warlich)

 

 

Besucher seit 22. April 2009
  • Heute: 36
  • Gestern: 88
  • Gesamt: 58939
  • Online: 7