Naturschutzpreis fürs Ehrenamt:
2008 geht die muna an den BUND-Kreisverband Waldeck-Frankenberg


 

Osnabrück. Die fünf Preisträger für die muna 2008 stehen fest: ZDF.umwelt und Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) verleihen die Auszeichnung „Mensch und Natur“ in fünf Kategorien an ehrenamtliche Naturschützer.

In der Kategorie „Kommunikation“ geht der Preis an Frank Uwe Schütz und Armin Bürgel vom BUND Waldeck Frankenberg.

Dr. Fritz Brickwedde: „Beide haben mit ihrem Einsatz die Lebensräume für Wildkatzen durch Biotopvernetzungen in Hessen deutlich verbessert.“ Um ihren geplanten Wildkatzenkorridor der Öffentlichkeit vorzustellen, haben sie im Juni 2008 einen Wildkatzenlauf vom Rothaargebirge in Richtung Burgwald-Kellerwald mit über 220 Teilnehmern veranstaltet – nach dem Vorbild des BUND Dachverbandes und des Landessportbundes (LSB) Thüringen.

Dazu gewannen sie den hessischen Umweltminister Wilhelm Dietzel als Schirmherr. Begleitend zum Lauf organisierten Schütz und Bürgel eine Ausstellung, die die Teilnehmer über das Leben der Wildkatzen informierte und Hindernisse für die Zuwanderung der scheuen Waldbewohner veranschaulichte.

Ihr Wildkatzenkorridor-Projekt wurde in das Gebiet des DBU-geförderten, bundesweiten Wildkatzenwegeplans des BUND aufgenommen sowie in den Regionalplan der Oberen Naturschutzbehörde Kassel. Das Urteil der Jury: „Mit ihrer ungewöhnlichen Idee, Läufer und Katzen auf die Wanderung zu schicken, leisteten die Preisträger einen attraktiven Beitrag zur Umweltkommunikation sowie zum nationalen Natur- und Artenschutz!“

Mehr als hundert Bewerbungen

Knapp drei Monate lang suchten ZDF und DBU nach aktiven Naturschützern, um ihren ehrenamtlichen Einsatz zum Erhalt von Lebensräumen, Pflanzen- und Tierarten öffentlich zu machen und die besten von ihnen auszuzeichnen. Eine siebenköpfige Jury aus Naturschutzexperten der Organisationen BUND, Euronatur, NABU, WWF, DBU und ZDF kürten die Sieger. „Dabei haben wir es nicht leicht gehabt“, so Dr. Fritz Brickwedde, DBU-Generalsekretär und Juror. Mehr als hundert aktive Naturschützer oder Vereinsgruppen hätten sich beworben. Das zeige die Vielfalt des Einsatzes für die Natur. Und: „Ein Beweis, dass viele Menschen den Naturschutz zu einem Teil ihres Lebens machen – zu einer Leidenschaft und einer Ehrensache!“ Ohne die vielen freiwilligen Helfer sei Naturschutz in Deutschland so gar nicht machbar.

Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt



Sport und Naturschutz vereint

Preis der Bundesstiftung Umwelt und ZDF geht an Armin Bürgel und Frank Schütz

Kellerwald / Frankenberg (apa/ dpa). Zwei Naturschützer aus dem Frankenberger Land bekommen in diesem Jahr einen der „Mensch und Natur"-Preise der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und des ZDF. Frank Schütz und Armin Bürgel vom Kreisverband Waldeck-Frankenberg des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) erhielten den Preis in der Kategorie „Kommunikation" für ihr Wildkatzenprojekt

Das teilte die Stiftung am Donnerstag in Osnabrück mit. „Beide haben mit ihrem Einsatz die Lebensräume für Wildkatzen durch Biotopvemetzungen in Hessen deutlich verbessert", hieß es von der Jury. Um ihren geplanten „Wildkatzenkorridor" der Öffentlichkeit vorzustellen, hätten die beiden Männer im Juni einen Wildkatzenlauf vom Rothaargebirge in Richtung Burgwald-Kellerwald mit mehr als 220 Teilnehmern veranstaltet. „Mit ihrer ungewöhnlichen Idee, Läufer und Katzen auf die Wanderung zu schicken, leisteten die Preisträger einen attraktiven Beitrag zur Umweltkommunikation sowie zum nationalen Natur- und Artenschutz", heißt es in der Begründung. Der Preis wird am 7. November in Osnabrück für fünf Kategorien vergeben, die jeweils mit 5000 Euro dotiert sind.

Armin Bürgel, der in der Unteren Butzmühle bei Schreufa lebt, engagiert sich seit langer Zeit für den Naturschutz in seiner Heimat. Er reagierte (gewohnt) bescheiden und wollte die Preisvergabe am liebsten gar nicht bewerten. Er habe sich zwar sehr darüber gefreut, sagte er - und suchte dann nach weiteren Worten. Er hat nur wenigen Menschen aus seinem Umfeld von diesem Preis erzählt.

Der designierte Preisträger Frank Schütz aus Somplar hat sich „natürlich riesig gefreut", erklärt er auf Nachfrage der WLZ-FZ. „Aber wir waren schon alle erstaunt", fügt er hinzu. Er wurde, ebenso wie Armin Bürgel, vor Kurzem vom ZDF informiert, dass der Preis der Kategorie „Kommunikation" für das Wildkatzen-Projekt vergeben werde.

Besonders freute sich auch die Vorsitzende des Kreisverbands, Viola Wagner, dass die beiden Mitglieder für ihr Engagement gewürdigt werden - „besonders von einer Stelle, von der man es nicht erwartet".

Die BUND-Mitglieder hatten sich beim ZDF beworben, die Idee dazu war bereits beim Wildkatzenlauf in Frohnhausen entstanden. Diesen Lauf haben die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und das ZDF ausgezeichnet, weil die beiden Initiatoren damit die Wildkatze zum Thema machten. „Wir haben es geschafft, dieses bedrohte Tier der Öffentlichkeit näherzubringen", bilanziert Schütz stolz. Er will einen Teil seines Preisgeldes behalten und den anderen dem BUND spenden.

Er hofft, dass die Preisvergabe positive Auswirkungen auf die Bemühungen hat, die Wildkatze zu schützen. Ein wichtiger Teil dieses Schutzes sind Grünbrücken, die es den seltenen Tieren ermöglichen, die großen Lebensräume, die eine Wildkatze durchstreift, zu verbinden.

Der Wildkatzenlauf in Frohnhausen soll nur der erste gewesen sein: Schon jetzt sind weitere Läufe im Gespräch, jeweils da, wo die Thematik aktuell ist. Künftig soll der Deutsche Sportbund Mitveranstalter dieser Wildkatzenläüfe sein.

HINTERGRUND

Die Wildkatze ist in den Nationalpark zurückgekehrt

(apa). Die Wildkatze, die in der hiesigen Region seit etwa 60 Jahren ausgestorben war, ist zurückgekehrt. Die Suche im vergangenen Jahr war erfolgreich - wenn auch noch nicht feststeht, ob es sich um eine feste Population oder um lediglich durch das Gebiet ziehende Wildkatzen handelt.

Das Mittel, mit dem im Nationalpark und in den Gebieten des Forstamts Vöhl und der Stiftungsforsten Haina nach der Wildkatze gesucht wird, ist simpel, aber wirksam: Baldrian, auch Katzenminze genannt, auf einfache Holz-pflöcke gesprüht, lockt die ausgesprochen scheuen und seltenen Wildkatzen an.
Eine Kätzin sucht sich ihr Territorium auf 400 bis 1000 Hektar, ein Kuder sogar auf bis zu 10000 Hektar - das entspricht der doppelten Fläche des Nationalparks Kellerwald-Edersee.

Wildkatzen (Felis silvestris) sind eine eigene Tierart und nicht mit Luchsen zu verwechseln. Sie sind ein wenig größer als Hauskatzen und haben einen etwas anders geformten Kopf. Charakteristisch für ihr Fell sind die verwischte Tigerzeichnung sowie die deutlichen dunklen Ringe und die schwarze Spitze am buschigen Schwanz.