Vorfahrt für wilde Tiere – grüne Brücken statt mehr Straßen!

Straßen machen Wildtiere zu Gefangenen

Die Lebensräume unserer Wildtiere sind durch Autobahnen, Fernstraßen und Schienentrassen zerschnitten und vielerorts zu isolierten Inseln geworden, aus denen es kaum mehr ein Entrinnen gibt. 600.000 km Straßen durchziehen Deutschland.

der Dachs: Wildtier des Jahres 2010

Rund 250.000 Rehe, Hirsche und Wildschweine sterben jedes Jahr auf Deutschlands Straßen, hinzu kommen unzählige überfahrene kleinere Wildtiere. Für Wildkatze, Fischotter, Wolf und andere hochgefährdeten Arten stellt der Straßenverkehr schon heute die häufigste Todesursache dar. Neben dem direkten Verkehrstod kommt es durch die Zerschneidung von Lebensräumen zu Inzuchtproblemen und genetischer Verarmung. Und die Wiederausbreitung seltener Arten findet oft ein jähes Ende am Straßenrand.

Grünbrücken mindern die Gefahr – auch für Autofahrer

Den Neubau von Straßen zu verhindern, ist die beste Maßnahme, der Landschaftszerschneidung entgegenzuwirken. Wo das nicht mehr möglich ist, können sinnvoll geplante Grünbrücken Leben retten: Beispielsweise wurde die Grünbrücke über die A11 im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin im Zeitraum von 2005 bis 2008 rund 19.000 Mal von Wildtieren benutzt. Jedes Tier, das mit Hilfe einer Grünbrücke eine Straße ohne Lebensgefahr überwinden kann, stellt dabei auch gleichzeitig keine Gefahr für Autofahrer mehr dar.

Verkehrsminister Ramsauer blockiert

Die von Verkehrswegen zerschnitttenen Landschaften wiederzuvernetzen, findet sich auch als Ziel in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt Deutschlands. Im bestehenden Koalitionsvertrag wurde daher die Umsetzung eines Bundesprogramms zur Wiedervernetzung von Lebensräumen vereinbart. Dieses Programm soll dazu beitragen, den Grünbrückenbau über bestehende Verkehrswege deutlich voranzubringen.

Der fertige Entwurf liegt nun vor, jedoch blockiert Verkehrsminister Ramsauer die Umsetzung des Bundesprogramms. Für ihn hat der Bau von Grünbrücken keine Priorität: Er plant, das Geld stattdessen für neue Straßen auszugeben. Dabei gibt die Bundesregierung jährlich rund drei Milliarden Euro allein für den Aus- und Neubau von Fernstraßen aus – also für zusätzliche landschaftszerschneidende Infrastruktur. Die durchschnittlichen Kosten von vier Millionen Euro pro Grünbrücke erscheinen vor diesem Hintergrund als überschaubar gering.

Der BUND fordert einen zügigen Kabinettsbeschluss

Naturschutzbelange und die Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie dürfen nicht länger kurzfristigen Interessen zum Opfer fallen. Der BUND fordert die zügige Verabschiedung des Bundesprogramms Wiedervernetzung durch das Bundeskabinett und die anschließende Umsetzung und angemessene Finanzierung des Programms.

Bitte unterstützen Sie uns dabei! Fordern Sie Verkehrsminister Ramsauer auf, sich an die Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag zu halten. Schicken Sie ihm eine E-Mail, leiten Sie unseren Anruf weiter oder schalten Sie Banner.

Mehr Informationen zur Zerschneidung der Landschaft durch Straßen und Gleise und zu Chancen durch Wanderkorridore wie Grünbrücken und Unterführungen.